
Ein Vortrag des Weinheimer Werkrealschuldirektors Jorma Sagner[i] und ein ZEIT-Artikel[ii] über obdachlose junge Menschen haben mir in den letzten Wochen wieder einmal anschaulich verdeutlicht, dass ein intaktes Umfeld keine Selbstverständlichkeit ist.
So kam mir die Idee einen Blogbeitrag über Nächstenliebe zu schreiben:
- In einer zunehmend individualisierten Gesellschaft wirkt sie als Gegengewicht zu reinem Eigeninteresse.
- Sie berührt gesellschafts-politische Fragen: Solidarität, Sozialstaat, Migration und Nachbarschaftshilfe.
- Sie zeigt die Spannung zwischen Universalismus (alle Menschen) und Partikularismus (die eigene Gemeinschaft zuerst).
Was sind hier wichtige Erkenntnisse?
Es gibt soziale „Ungerechtigkeit“ in der Welt. Nicht alle Menschen haben das Glück in einem intakten, liebevollen familiären Umfeld aufwachsen zu können.
Neben individuellen Folgen hat dies auch gesellschaftliche Auswirkungen:
- Narzissmus ist nicht nur genetisch geprägt, sondern hängt ca. zur Hälfte von individuellen Umwelteinflüssen und Erlebnissen ab.[iii] Wichtig sind vor allem persönliche Erfahrungen im Leben, etwa in der Schule, mit Freunden, im Beruf oder durch das soziale Umfeld.[iv]
- Psychopathie sind nicht allein angeboren. Eine kalte, liebelose oder gewalttätige Umgebung in der Kindheit kann das Risiko stark erhöhen.[v]
Neben psychologischen, gibt es auch philosophische Erkenntnisse. Interessant finde ich,
- dass die Goldene Regel („Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst“) in fast allen Kulturen existiert und dass die
- aristotelische Freundschaftsethik zeigt: Liebe zum Nächsten beginnt oft im Kleinen, im konkreten Miteinander, nicht in abstrakten Prinzipien.
Was bedeutet Nächstenliebe für mich?
Wenn ca. die Hälfte des menschlichen Verhaltens vom Umfeld abhängig ist, kann ich (auf der individuellen Ebene) einen wirksamen Beitrag leisten.
Beispielsweise Vorurteile hinterfragen, Aufmerksamkeit für die geben, die selbst keine Stimme haben und viele „kleine gute Taten“ im Alltag im Sinne der Nächstenliebe „sprechen lassen“, vom ansteckenden Lächeln bis zur konkreten Mithilfe.
In meiner Rolle als Bürgermeister kann ich zudem noch den institutionellen Hebel nutzen.
Denkanstöße für Kinder
Durch entsprechende Fragen die Neugier anregen
- „Ist es in Ordnung, zuerst an sich selbst zu denken, bevor man anderen hilft?“
- „Warum fällt es leichter, Freunden zu helfen als Fremden?“
- „Die Geschichte des Barmherzigen Samariter als Gesprächsanlass: Wer ist eigentlich „mein Nächster“?
Durch positive Beispiele und aktives Vorleben im Alltag aufzeigen, was ein einzelner Mensch alles bewirken kann.
Helfen, entsprechende Glaubensgrundsätze – bspw. im Rahmen einer Morgen- oder Abendroutine – zu verankern: Eine gerechtere Welt und Balance sind erstrebenswert und viele kleine Schritte tragen dazu bei.
Hinweis: Das ist mein erster Blog-Beitrag, den ich mit Claude.ai optimiert habe.
[i] Kindheit und Jugend heute – und morgen? Wie können wir das Potential der Jugend gewinnen und erhalten? Auf der 47. Sommertagung der Wirtschaftsgilde e.V. in Oberstdorf am 03. Juli 2026
[ii] Straßenleben in DIE Zeit 33/2026 S. 49 https://www.zeit.de/2026/33/wohnungslose-jugendliche-obdachlosigkeit-drogen-familie
[iii] https://aktuell.uni-bielefeld.de/2026/04/02/narzissmus-in-familien-ist-ueberwiegend-genetisch-bedingt/
[iv] https://www.psychotherapie-salzburg.de/ist-narzissmus-angeboren
[v] https://psychopathyis.org/woher-kommt-psychopathie/
