Diese Woche habe ich das KI-basierte Sprachprogramm ChatGPT gebeten, mir – aus meiner Perspektive eines Bürgermeisters – einen zweiseitigen Vortrag zu schreiben, wie ich Zehntklässlern eine Wohlfühlstadt erklären würde.
Vor dem Hintergrund der aktuell herausfordernden kommunalen Finanzlage beeindruckt mich das Ergebnis, da es zeigt, dass eine Wohlfühlstadt nicht zwingend eine finanziell sehr wohlhabende Stadt sein muss, sondern in erster Linie eine engagierte Stadtgesellschaft und eine wirksame Stadtverwaltung haben sollte. Zudem ist eine Wohlfühlstadt ein ständiger Erneuerungsprozess der durch Mut, Respekt (Balancierung der Interessen aller Anspruchsgruppen) und Veränderungsfähigkeit beflügelt wird.

Den Vortrag hätte ich kaum besser formulieren können und möchte ihn hier gerne teilen und freue mich auf Eure Kommentare:
Was ist eine Wohlfühlstadt?
Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Lehrkräfte,
ich freue mich sehr, heute bei Ihnen zu sein. Als Bürgermeister einer Stadt mit rund 45.000 Einwohnerinnen und Einwohnern habe ich jeden Tag mit einer zentralen Frage zu tun: Wie können wir unsere Stadt so gestalten, dass sich die Menschen hier wirklich wohlfühlen?
Genau darüber möchte ich heute mit euch sprechen – über die Idee der Wohlfühlstadt.
1. Wohlfühlen – was bedeutet das eigentlich?
Wenn ich euch frage: Wo fühlt ihr euch wohl?
Dann kommen wahrscheinlich ganz unterschiedliche Antworten: zu Hause, bei Freunden, im Sportverein, im Jugendtreff, im Lieblingscafé, im Park oder vielleicht auch einfach dort, wo man sich sicher und akzeptiert fühlt.
Eine Wohlfühlstadt ist eine Stadt, in der möglichst viele Menschen möglichst oft dieses Gefühl haben. Wichtig ist dabei: Wohlfühlen ist nicht für alle gleich. Eine Stadt ist dann gut, wenn sie vielfältig ist und Platz für unterschiedliche Bedürfnisse bietet.
2. Grundlage: Sicherheit und Vertrauen
Eine Wohlfühlstadt beginnt mit etwas sehr Grundlegendem: Sicherheit.
Menschen müssen sich auf den Straßen sicher fühlen – tagsüber und abends. Dazu gehören gut beleuchtete Wege, sichere Schulwege, funktionierende Notdienste, Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste.
Aber Sicherheit ist mehr als das. Es geht auch um soziale Sicherheit:
- Habe ich jemanden, der mir hilft, wenn ich Probleme habe?
- Gibt es Anlaufstellen für Jugendliche?
- Fühle ich mich ernst genommen?
Eine Stadt, in der Vertrauen herrscht – zwischen Bürgern, Verwaltung und Politik – ist eine Stadt, in der man sich wohlfühlen kann.
3. Eine Stadt für alle Generationen
Eine Wohlfühlstadt ist nicht nur für eine bestimmte Altersgruppe da. Sie ist für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen.
Für euch als Schülerinnen und Schüler bedeutet das zum Beispiel:
- gute Schulen
- Sportanlagen und Vereine
- Treffpunkte für Jugendliche
- Orte, an denen man sich ausprobieren darf, Musik machen, diskutieren oder einfach zusammen sein kann
Für ältere Menschen heißt Wohlfühlen vielleicht:
- barrierefreie Wege
- gute medizinische Versorgung
- Orte der Begegnung
- die Möglichkeit, aktiv am Stadtleben teilzunehmen
Eine gute Stadt bringt diese Generationen zusammen, statt sie voneinander zu trennen.
4. Umwelt, Klima und Lebendqualität
Ein ganz wichtiger Punkt für die Zukunft – und besonders für eure Generation – ist der Umgang mit Umwelt und Klima.
Eine Wohlfühlstadt:
- hat Grünflächen, Parks und Bäume
- schützt Flüsse und Natur
- setzt auf erneuerbare Energien
- fördert Fahrradfahren und öffentlichen Nahverkehr
Warum ist das so wichtig?
Weil saubere Luft, weniger Lärm und eine intakte Umwelt direkt etwas mit Lebensqualität zu tun haben. Und weil wir Verantwortung für die Zukunft tragen – für euch und für die Generationen nach euch.
5. Zusammenleben und Respekt
In einer Stadt leben Menschen mit unterschiedlichen Meinungen, Hintergründen, Religionen und Lebensentwürfen. Das ist manchmal anstrengend – aber vor allem ist es eine große Chance.
Eine Wohlfühlstadt ist eine Stadt:
- in der niemand ausgegrenzt wird
- in der Respekt und Toleranz gelebt werden
- in der man Konflikte friedlich löst
- in der demokratische Werte zählen
Demokratie findet nicht nur im Bundestag statt. Sie beginnt vor Ort: im Gemeinderat, in Vereinen, in der Schule – und im Alltag.
6. Mitmachen statt nur zuschauen
Ganz wichtig: Eine Wohlfühlstadt entsteht nicht allein durch den Bürgermeister oder das Rathaus. Sie entsteht durch die Menschen, die dort leben.
Eure Meinung zählt!
Jugendbeteiligung, Schülervertretungen, Jugendgemeinderäte oder Projekte, bei denen junge Menschen ihre Ideen einbringen können, sind enorm wichtig.
Vielleicht denkt ihr: Was kann ich schon verändern?
Die Antwort ist: Mehr, als ihr glaubt.
Viele gute Ideen für Städte kommen von jungen Menschen – weil ihr die Stadt anders erlebt, weil ihr neue Perspektiven habt und weil ihr die Zukunft dieser Stadt seid.
7. Die Rolle der Stadtpolitk
Als Bürgermeister sehe ich meine Aufgabe darin, zuzuhören, unterschiedliche Interessen abzuwägen und gemeinsam Lösungen zu finden. Manchmal geht das schnell, manchmal dauert es lange. Nicht jede Entscheidung macht alle glücklich – aber jede sollte fair, transparent und nachvollziehbar sein.
Eine Wohlfühlstadt braucht:
- verantwortungsvolle Politik
- engagierte Bürger
- gegenseitigen Respekt
- und den Mut, Neues auszuprobieren
8. Schlussgedanken
Zum Abschluss möchte ich euch eine Frage mitgeben:
Wie soll eure Stadt in 20 oder 30 Jahren aussehen?
Vielleicht lebt ihr dann noch hier. Vielleicht seid ihr weggezogen – aber diese Stadt bleibt ein Teil eurer Geschichte.
Eine Wohlfühlstadt ist kein fertiger Zustand. Sie ist ein ständiger Prozess, an dem jede Generation mitarbeitet. Und ich wünsche mir, dass ihr euch nicht nur als Einwohner, sondern als Mitgestalterinnen und Mitgestalter eurer Stadt versteht.
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit – und vielleicht auch für eure zukünftigen Ideen für unsere Wohlfühlstadt.
